Der 10-Punkte-Plan

Die Planung einer großen Aktion in deiner Gemeinde kann schwierig scheinen, aber wenn du sie in kleine Schritte aufteilst, geht es ganz leicht. Befolge diese 10 Schritte und deine Aktion wird ganz sicher ein Erfolg!  1. STELLE EIN TEAM ZUSAMMEN UND MELDE DEINE AKTION AN. Also zuallererst macht es einfach mehr Spaß, etwas mit anderen zusammen zu organisieren. Rufe deine Freunde, Entscheidungsträger deiner Gemeinde oder Stadt und gleichgesinnte Organisationen an, von denen du dir vorstellen kannst, dass sie auch mitmachen wollen. Organisiere ein erstes Treffen, damit alle sich kennenlernen können, gib eine Übersicht über die Kernpunkte von Eins und eins zusammenzählen und dem Klimafolgentag, und beginne mit dem Brainstorming. Wenn das Gerüst für eure Idee steht, dann melde deine Aktion auf der Website an, damit andere in deiner Gemeinde dich finden können, und damit du Zugang zu den Materialien für Aktivisten vor Ort und generelle Hilfe bekommst. 2.  WÄHLE DEIN ZIEL UND DEINE FORDERUNG. Bei Eins und eins zusammenzählen geht es nicht nur darum, die Klimafolgen aufzuzeigen – sondern auch darum, etwas dagegen zu tun. Mach dir Gedanken über deine Ziele, wie zum Beispiel das Ziel, eine bestimmte Anzahl von Menschen in deiner Gemeinde zu informieren und sie für unsere Zwecke zu gewinnen, oder Präventivmaßnahmen zu setzen, die uns helfen, mit dem Klimawandel fertig zu werden – und mach dir Gedanken darüber, welche Forderungen du an deine lokale Regierung stellen könntest und wie du dann deine Botschaft vermitteln kannst. 3.  PLANE DEINE AKTION Es ist an der Zeit für eine Strategie – finde einen Weg, auf dem du durch eine Aktion etwas erreichen kannst:
  • Was – Wie werdet ihr eins und eins zusammenzählen? Geht es bei deiner Aktion direkt um eine Klimafolge, prangerst du eine Quelle der Umweltverschmutzung an, oder zeigt ihr Solidarität mit Betroffenen? Denk darüber nach, wie du die Bedürfnisse und Interessen deiner Stadt/Gemeinde mit einbeziehen kannst.
  • Wo – Gibt es einen leicht zugänglichen Ort, an dem sich die Menschen treffen können? Ist vielleicht wichtiger, einen Ort mit hohem Wiedererkennungswert zu wählen? Welche symbolischen Orte, wie Regierungsgebäude, Problemorte (Kohlekraftwerke) oder Lösungen (Windkraftwerke), können in deine Route mit einbezogen werden? Auf welcher Route kann jeder deine Aktion sehen?
  • Wann – Um wie viel Uhr wird deine Aktion beginnen und enden?
4.  REKRUTIEREN, REKRUTIEREN, REKRUTIEREN! Dieser Schritt ist der vielleicht wichtigste: Wenn viele Leute mitmachen, wird das zeigen, dass deine Sache und dein Ziel von der breiten Masse unterstützt werden. Setze dir ein Ziel dafür, wie viele Menschen du gerne am 5. Mai demonstrieren sehen würdest, und stelle einen Plan zusammen, um 10 mal so viele Menschen zu kontaktieren, unter der Annahme, dass nur 10 % derer, die du fragst, auch tatsächlich mitmachen werden. Du kannst zum Beispiel an Schulen, bei deiner Kirche, Moschee, Synagoge oder bei einer Gemeindeversammlung deinen Plan vorstellen oder Poster in deiner Stadt aufhängen, Rund-E-Mails verschicken, beim lokalen Radiosender eine Ankündigung laufen lassen, deine Aktion im Gemeindekalender eintragen und vieles mehr. Hier ist ein Leitfaden, der dir bei der Rekrutierungsplanung helfen wird. 5. MACH DICH AN DIE DETAILS. Wie fast immer beim Organisieren musst du dich mit der Logistik auseinandersetzen. Du solltest dir über folgendes Gedanken machen:
  • Genehmigungen für deine(n) Veranstaltungsort(e)
  • Einen Zeitplan und Redner, falls du eine Kundgebung halten willst
  • Ein Soundsystem, eine Bühne und Ähnliches
  • WCs
  • Ein Sicherheitsplan, vor allem für Protestmärsche und größere Aktionen
Wenn du all diese Details organisiert hast, solltest du auch die wichtigen Informationen auf deiner lokalen Website, dem Gemeindekalender und durch Flyer publik machen. Wichtige Informationen sind zum Beispiel die Anfangs- und Endzeit, der Veranstaltungsort, welcher Redner sprechen wird und allgemeine Anleitungen für die Teilnehmer. 6.  LADE DIE ENTSCHEIDUNGSTRÄGER AUS DEINER REGION EIN. Wenn du sicherstellen willst, dass die politischen Entscheidungsträger deine Forderungen hören, solltest du sie zu deiner Veranstaltung einladen! Denk daran, den Regierungsvertretern eine Einladung per E-Mail zu schicken und ein paar Tage danach nochmal anzurufen, und vor allem solltest du die Einladung so schnell wie möglich abschicken, damit sie sich nichts anderes vornehmen. Du kannst die Entscheidungsträger in deine Aktion aktiv mit einbeziehen, indem du sie zum Beispiel a) darum bittest, als Redner aufzutreten und über ihre Pläne zum Thema Klimawandel zu sprechen (damit sie öffentlich dazu Stellung nehmen müssen, was sie tun oder nicht tun) oder b) sie darum bittest, eine Petition zu unterschreiben, in der sie versichern, dass sie deine Forderungen annehmen werden. Das kann vor allem bei denjenigen viel bringen, die gerade für ein Amt kandidieren und die vielleicht jetzt Dinge versprechen, für die du sie später beim Wort nehmen kannst. 7.  SEI KREATIV! Künstlerisch gestaltete Schilder, farbenfrohe Transparente und coole Texte für Sprechchöre und Lieder sind super dazu geeignet, Leute für deine Aktion zu begeistern und deine Botschaft klar und auf eine positive Art und Weise zu vermitteln. Lade Freiwillige dazu ein, mit dir zusammen Transparente und Schilder für deine Aktion zu machen. Schlage ein paar mögliche Texte dafür vor, damit die Teilnehmer bei ihren Schildern nicht zu sehr vom Thema abweichen. Überlege dir ein paar coole Texte für Sprechchöre und Lieder, die die Menge dann bei der Aktion singen kann. 8.  LADE DIE MEDIEN EIN. Die Medien sind mit am wichtigsten dafür, unsere Forderungen publik zu machen. Es ist wichtig, schon früh herauszufinden, welche Reporter bei deiner Lokalzeitung, oder beim lokalen Radio- oder Fernsehsender für das Thema Umwelt zuständig sind, damit du Verbindung zu ihnen aufnehmen kannst. Eine Woche vor deiner Veranstaltung solltest du eine Presseeinladung aussenden und die Verantwortlichen anrufen, um sicherzustellen, dass sie deine Nachricht erhalten haben. Und am Veranstaltungstag solltest du ihnen eine Pressemitteilung schicken und sie nochmal anrufen, damit sie auch sicher zu deiner Aktion kommen. In diesem Leitfaden findest du detailliertere Informationen zur Medienplanung. Übernimm die Rolle der Medien selbst: Nutze die Macht der sozialen Online-Netzwerke  und mach deine Aktion dort publik. Fürs Rekrutieren und dafür, deine Sache publik zu machen, ist es oft am besten, eine Online-Plattform zu schaffen oder eine schon existierende Plattform zu nutzen. So kannst du über dein Event sprechen und den Leuten die Möglichkeit dazu zu geben, Vorschläge für die Vorbereitung deiner Aktion zu machen. 9.  LOS GEHT’S! Der große Tag ist gekommen! Hol deine Freunde und alles, was du für deine Aktion brauchst und geh auf die Straße. Stelle sicher, dass du die wichtigsten Aufgaben für diesen Tag gut verteilt hast, also dass du Leute ernannt hast, die mit der Polizei und den Medien sprechen, die Redner organisieren, die den Teilnehmern den Weg weisen, usw. Sorge dafür, dass jeder, der eine Rede hält oder ein Presseinterview gibt, weiß, was die Kernpunkte eurer Botschaft sind. Und: habt Spaß! 10.  ERZÄHLE UNS VON DEINER AKTION UND SEI TEIL EINER WACHSENDEN KLIMABEWEGUNG. Alle teilnehmenden Organisatoren sollten uns nach der Aktion ihre Fotos und Videos zuschicken, damit wir alle Einsendungen zu einer gemeinsamen Geschichte verbinden können. Nachdem du dein Material dann für uns hochgeladen hast, kannst du tief durchatmen und zusammen mit deinem Team deinen Erfolg feiern. Bedanke dich bei jedem, der dir geholfen hat und organisiere so schnell wie möglich eine Nachbesprechung. Macht euch Gedanken darüber, was gut geklappt hat, und was besser hätte laufen können, damit ihr eure Strategie für den nächsten Aktionstag verbessern könnt. Redet darüber, was es noch zu tun gibt, um eure Ziele zu erreichen, und beginnt mit der Planung eurer nächsten Schritte für den weiteren Aufbau der Bewegung.