Presse-Leitfaden für Organisatoren/Innen – Tag der Klimafolgen

Dieser kurze Leitfaden wird dir dabei helfen, deine Aktion zum Tag der Klimafolgen weit und breit bekannt zu machen. Außerdem findest du hier auch Tipps, wie du erfolgreich Beziehungen zu Reportern aufbauen kannst, um deine zukünftigen Aktionen zu unterstützen. Du solltest die Medien auf jeden Fall kontaktieren, sobald du deinen Aktionsplan fertig hast, denn es können mehrere Versuche nötig sein, um deren Interesse zu wecken! Die Schritte 1 – 4 könnt ihr in einem Gruppentreffen erledigen, die Schritte 5 & 6 erfordern etwas Kleinarbeit, Schritt 7 sollte ganz einfach sein und bei Schritt 8 handelt es sich nur um etwas Follow-Up-Arbeit. 1. Überlegt euch eine aufregende Aktionsidee! Als erstes muss eure Gruppe sich überlegen, wie ihr eure Aktion einzigartig und kreativ gestalten könnt, sodass sie die Aufmerksamkeit der Medien erregt. Je einzigartiger eine Aktion ist, desto wahrscheinlicher werden die Medien darüber berichten (niemanden interessiert etwas, das schon 100 Mal zuvor passiert ist).   Hier sind ein paar tolle Ideen zur Anregung! Denkt daran, es müssen nicht unbedingt 1.000 Menschen mitmachen, damit über euch berichtet wird – manchmal sind die kreativsten Aktionen auch die, die am einfachsten zu organisieren sind. 2. Macht die Medien auf euch aufmerksam Eure Gruppe sollte versuchen, schon vor der Aktion die Aufmerksamkeit der Medien zu erregen, damit über euch berichtet und gesprochen wird (dadurch nehmen vielleicht auch mehr Menschen an deiner Aktion teil). Das könnt ihr mithilfe der traditionellen Medien wie Radio und Zeitungen tun, und auch mithilfe der neuen Medien – sendet einfach massenhaft Twitter- und Facebook-Nachrichten aus. Versucht, ein paar wohlgesinnte Reporter, Blogger oder Moderatoren zu kontaktieren, die vielleicht über die Vorbereitungen zu eurer Aktion berichten können. Denkt nach, welche Ankündigung vor eurer Aktion interessant genug für die Nachrichten sein könnte (z.B. eine wichtige Persönlichkeit, die teilnimmt). 3. Erstellt eure Presseliste Dieser nächste Schritt wird nicht allzu viel Zeit in Anspruch nehmen. Findet heraus, welche lokalen/regionalen Medien (Zeitungen, Radio- und Fernsehsender, etc.) an eurer Aktion Interesse haben könnten. Eure Gruppe könnte besprechen, welche Sendungen und Zeitungen für eure Aktion am relevantesten sind oder euch am wahrscheinlichsten unterstützen (wie z.B. ein gewisser für sein gemeinnütziges Engagement bekannter DJ). Dann kontaktiert diese Medienstationen für aktuelle Kontaktdaten von Journalisten, DJs, Fernsehproduzenten, etc. Das ist eure „Presseliste“. (Seid euch bewusst, dass an Wochenenden oft andere Reporter/Mediencrews Dienst haben als an Wochentagen, da eure Aktion an einem Samstag stattfinden wird, geht also sicher, dass ihr die richtigen Ansprechpartner habt!) 4. Entwickelt eure Botschaft/ Geschichte Die folgenden Informationen solltet ihr beisammen haben, um besser auf die Arbeit mit Reportern und Presseinterviews zu eurer Aktion vorbereitet zu sein: • Seid gut organisiert: Nicht alle Journalisten kennen sich mit dem Klimawandel aus, bereitet also Informationen vor, die den Reportern bei einer besseren Berichterstattung über eure Aktion helfen (das können Informationen speziell über eure Gruppe sein, über Klimafolgen, oder Materialien von 350.org oder anderen Webseiten). Eine gute Idee ist ein einseitiges Dokument, das ihr an Journalisten e-mailen und auch ausdrucken und am Aktionstag verteilen könnt. Entscheidet auch, wer in eurer Gruppe der/die Hauptpressesprecher(in) sein soll, und bestimmt auch ein paar Ersatzpressesprecher. • Formuliert eure Hauptpunkte: Schreibt 3 bis 4 Schlüsselbotschaften auf, die ihr am Aktionstag vermitteln wollt (z.B. was der Tag der Klimafolgen ist, welche Klimafolgen vor Ort auftreten, was wir dagegen unternehmen können, und was wir von unseren Entscheidungsträgern erwarten). • Teilt Geschichten: Zahlen und Fakten sind wichtig, um die unmittelbare Bedrohung aufzuzeigen, die der Klimawandel darstellt, und euer Publikum zu überzeugen, aber auch eine gute Geschichte kann dabei helfen, die Botschaft zu vermitteln (Reporter suchen auch immer eine gute Story für ihre Berichte). Überlegt, welche persönliche Geschichte ihr für eure Aktion zum Tag der Klimafolgen teilen könnt – vielleicht deine Motivation im Kampf gegen den Klimawandel, oder wie du (oder ein Teilnehmer der Aktion) persönlich vom Klimawandel betroffen bist. Ein Viehzüchter, der seine halbe Herde in einer Dürre verloren hat ist eindringlicher als eine Statistik über ausgebliebene Regenfälle. • Relevante Aufhänger: Wenn ihr eure Botschaften und Geschichten formuliert, solltet ihr darauf achten, dass ihr „Aufhänger“ habt, die sie besonders interessant und gerade jetzt relevant machen (warum diese Aktion etwas Besonderes ist und Aufmerksamkeit verdient, wie Mitglieder der Gemeinde, Unternehmen und die Umwelt vom Klimawandel betroffen sind, usw.). • Üben, üben, üben! Übt die Interviews in Rollenspielen und habt Spaß dabei! Eine Fernsehkamera oder ein Radiomikrofon vor der Nase zu haben kann beängstigend sein und ein wenig Übung hilft dabei, den eigenen Rhythmus zu finden und die Nerven zu behalten. 5. Baut Beziehungen zur Presse auf So, jetzt geht’s an die Arbeit: • Ruft eure Presseliste an. Der erste Kontakt mit einem bestimmten Journalisten oder DJ ist sehr wichtig. Stell dich höflich vor, erzähl ihm/ihr von deiner Aktion und versuch dein Bestes, ihn/sie zu überzeugen, dass die Aktion einen Bericht wert ist (achte darauf, nicht zu übertreiben, Journalisten hassen es, wenn sie zu einem Ereignis kommen, dass nicht hält was versprochen wurde und werden wahrscheinlich nicht über deine nächste Aktion berichten). Biete an, ihnen (üblicherweise via E-Mail) mehr Informationen über deine Aktion zu schicken. • Sei eine Quelle der Information für die Medien: Journalisten brauchen dich genauso wie du sie. Du willst, dass sie über dein Anliegen berichten und deine Botschaft verbreiten, sie brauchen neue Informationen und echte Storys, die du lieferst. Baue dir einen Ruf auf als jemand, der verlässliche Informationen hat, Fristen einhält, zusätzliche Kontakte und Informationsquellen parat hat, und immer für ein kluges Zitat oder dringend benötigte Fakten gut ist. • Wenn möglich, triff sie persönlich: Ein persönliches Treffen mit einem Journalisten ist eine sehr gute Gelegenheit, sie oder ihn besser kennenzulernen und herauszufinden, welche Interessen ihr gemeinsam habt. Achte darauf, dass deine Botschaft prägnant, fesselnd und relevant ist. Reporter hören dir nicht zu nur weil du recht hast, sondern wenn was du zu sagen hast relevant ist. Dein Treffen ist erfolgreich wenn du es schaffst, den Reporter für deine Aktion zu begeistern. • Bleib am Ball: Journalisten haben nicht viel Zeit, aber du kannst sie auf jeden Fall mit einem Telefonanruf, einer SMS oder einer kurzem E-Mail an deine Aktion erinnern. Sei höflich und nicht aufdringlich. Sie berichten noch über viele andere „fesselnde“ Storys. • Reporterspesen: In einigen Ländern verlangen Reporter Bezahlung für Berichte über Aktionen wie globale Aktionstage. Diese Bezahlung deckt normalerweise ihre Transportspesen für An- und Abreise vom Veranstaltungsort ab. Organisatoren müssen bei der Planung ihrer Aktion an diese eventuellen Kosten denken und wenn möglich Spenden sammeln/auftreiben um sie abzudecken. Eventuell werden die Reporter, wenn sie einmal an deiner Aktion teilgenommen haben und wissen, dass deine Gruppe verlässlich und deine Aktionen die Berichterstattung wert sind, für zukünftige Aktionen keine oder niedrigere Spesen verrechnen. 6. Presseeinladung und Pressemitteilungen Folgendes solltest du für Presseeinladung und -mitteilung beachten: 3-4 Tage vor deiner Aktion, schreibe eine Presseeinladung mit Antworten auf folgende Fragen: wer, was, wann, wo, wieso. Dann sende sie an alle auf deiner Presseliste. Danach erinnere alle telefonisch an deine Aktion und sag Bescheid, dass Pressesprecher für Interviews zur Verfügung stehen werden. Verbreite die Informationen auf jeden Fall auch über die sozialen Netzwerke! Vorlage: Presseeinladung (.doc) 1 Tag vor deiner Aktion, verschicke eine Pressemitteilung (Vorlage für eine Pressemitteilung in der Vorbereitungsphase findest du hier) mit genaueren Informationen zu deiner Aktion und Zitaten von deinen wichtigsten Sprechern. Ruf die Reporter an, um ihnen die Story schmackhaft zu machen und sie an deine Aktion zu erinnern. Nutze Twitter und Facebook! Am 5. Mai, ruf noch einmal alle an und verschicke persönliche E-Mails, damit du weißt wer kommt. Druck deine Presseeinladung und -mitteilung aus und bestimme ein oder zwei Mitarbeiter des Organisationsteams, die diese Dokumente an teilnehmende Journalisten austeilen. Hol dir auf jeden Fall von allen Reportern, die zu deiner Aktion kommen, Kontaktdaten. Geh sicher, dass alle, die eine Rede halten oder Presseinterviews geben, die Schlüsselbotschaften kennen, die ihr an diesem Tag vermitteln wollt, jene mit eingeschlossen, die live twittern! Sobald wie möglich nach deiner Aktion verschicke eine Follow-Up-Pressemitteilung (Vorlage hier) mit Informationen darüber, wie viele Menschen an der Aktion teilgenommen haben, welche Ergebnisse ihr erzielt habt, Zitate von den wichtigsten Rednern und Links zu Photos und Videos die ihr gemacht habt. 7. Fotos Wir bei 350.org haben die Erfahrung gemacht, dass Fotos auf unglaublich eindrucksvolle Art Geschichten erzählen, vor allem die Geschichten von der stetig wachsenden Bewegung von Menschen auf der ganzen Welt, die Aktionen zur Lösung der Klimakrise setzen. Monate und sogar noch Jahre nach der Aktion selbst helfen diese Fotos in vielen verschiedenen Situationen, Menschen zu berühren und ihr Interesse zu wecken. Deshalb solltet ihr auf jeden Fall, auch wenn Journalisten mit eigenen Fotografen zu eurer Aktion kommen, jemanden in eurer Gruppe als „offiziellen“ Fotografen bestimmen. Hier sind ein paar tolle Tipps wie man ein gutes Foto macht und denkt daran, uns euer bestes Foto zu schicken! 8. Ganz wichtig: das Follow-Up Hier sind ein paar wichtige Tipps für das Follow-Up nach deiner Aktion: • Nach der Aktion, verbreite deine Fotos und die Geschichte zu deiner Aktion auf Blogs und anderen sozialen Medien, damit die Menschen über deine Aktion sprechen! • Deine Beziehung zu den Journalisten endet nicht wenn die Aktion vorbei ist. Das ist ein häufiger Fehler, den 350.org-Organisatoren vermeiden sollten! Denk also daran, sie nach der Aktion noch einmal zu kontaktieren und ihnen für ihr Erscheinen zu danken. • Danach schicke den Journalisten regelmäßig aktuelle Informationen zu deinen derzeitigen und geplanten Aktionen, sodass sie weiterhin über diese berichten können. • Sammelt Zeitungsartikel und andere Berichterstattung über eure Aktionen, denn das ist sehr nützlich um eure Bemühungen zu dokumentieren und womöglich auch um Spendengelder für künftige Aktionen zu erhalten. Schließlich, seid euch bewusst, dass viele Mainstream-Medien nur mit Mühe im Geschäft bleiben, also wenig Zeit haben, um über alles zu berichten, was in ihren Gemeinden passiert. Arbeitet hart, aber lasst euch nicht entmutigen, wenn ihr gar keine gute Berichterstattung bekommt. Macht eure eigene mithilfe der sozialen Medien, lernt aus euren Fehlern, und bereitet euch einfach besser für das nächste Mal vor!